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Wiedersehen mit Eberswalde


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Bis der Krieg kam


Janina Wyrzykowska geb. Głódź,

Ich komme aus einer Handwerkerfamilie, mein Papa war Schuster. Wir waren zwei Kinder, mein jüngerer Bruder und ich. Die Eltern liebten uns sehr und wollten uns immer beschützen, damit uns nichts Schlimmes zustieß. 
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Ich weiß noch, dass meine Mama uns beide oft an die Hand nahm und Papa von der Arbeit abholen ging. Wir trafen ihn dann in einem Park. Die Eltern setzten sich auf eine Bank, und wir durften uns tummeln.

Wir hatten eine schöne Wohnung in einem großen Wohnhaus im Zentrum von Warschau. Ich ging auf die Grundschule und schaffte es bis zur dritten Klasse, bis der Krieg kam. 

Was ich sehr mochte, war Lesen. Ich setzte mich hin und las laut vor, und meine Eltern und mein Bruder hörten zu.

 

Dieses Foto bekam ich von meiner Patentante, die außerhalb von Warschau wohnte. Bei uns war alles verbrannt.

 

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Marianna Bogusz, geb. Janiszewska


Es war eine große Familie: meine Eltern und wir, sechs Kinder, fünf Mädchen und ein Junge. Bei uns wohnten noch meine Oma und eine Tante. Alle waren gläubig und religiös und gingen jeden Sonntag zusammen in die Kirche.

Mein Vater leitete eine Transportfirma mit Pferdewagen für Kohle. Einer seiner Angestellten hatte zwei Söhne, und als dessen Frau gestorben war, kamen diese Jungen zu uns. Meine Mutter sagte: „Wenn ich für sechs Kinder kochen kann, kann ich auch für acht kochen. Und dann spielen sie alle zusammen.“


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Wacława Gałęzowska, geb. Chmielewska


Meine beiden Eltern arbeiteten: Meine Mama war beim Militär beschäftigt, mein Papa arbeitete in einer Metallfabrik in Warschau. Sie führten ein ganz normales Leben, eine Familie, die ihre Kinder anständig großzog.

Wir waren vier Schwestern, und mein Vater bedauerte immer, dass er keinen Sohn hatte. Wenn die Eltern bei der Arbeit waren, kam Oma und betreute uns. Sie war sehr lieb, die Oma. Mit sieben kam ich zur Schule. Viele Kinder aus meiner Schule wohnten in derselben Straße wie ich, so dass wir uns alle gut kannten. Ich hatte viele jüdische Spielkameraden.

In meine Klasse gingen Adam, Abramek, Sejwa und Lewek. Ich erinnere mich an sie bis heute. Ich gehörte zu den Pfadfindern, war in einer Tanzgruppe, sang im Schulchor. Wenn es Feierlichkeiten in der Schule gab, trat ich immer auf und trug Gedichte vor.
Damals, als Kind, träumte ich davon, Schauspielerin zu werden. Und ich wollte so gerne lernen, so gerne!


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