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Wiedersehen mit Eberswalde
Sondermarke zum Görlitzer Abkommen

Die Sondermarke der DDR-Post anlässlich des Görlitzer Abkommens 1950.
Abgebildet sind die Staats-
präsidenten Wilhelm Pieck und Boleslaw Bierut.



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Verordnete Freundschaft

 

Das nach dem Zweiten Weltkrieg territorial beschnittene Deutschland war in zwei Staaten geteilt. Der Eiserne Vorhang zerschnitt Europa. Die DDR und die Volksrepublik Polen gehörten als „Bruderländer“ zum kommunistischen Lager, dem die westlichen Demokratien gegenüber-standen.
Die „antifaschistische“ DDR lehnte die Verantwortung für die NS-Verbrechen und damit auch für den Überfall auf Polen ab und zahlte keine Entschädigungen.

1950 erkannte die DDR auf Druck der Sowjetunion die Grenze an Oder und Neiße an. In öffentlichen Verlautbarungen wurde ein freundschaftliches Verhältnis zum östlichen Nachbarn propagiert und die „Friedensgrenze“ als große Errungenschaft der sozialistischen Außenpolitik gefeiert. Doch vieles, was Deutsche und Polen betraf, war tabu, so die ehemaligen deutschen Gebiete im Osten sowie Flucht und Vertreibung. 

Viele DDR-Bürger sahen Polen als ein Fenster zur Freiheit an. Für die DDR-Führung war dieses Land dagegen ein gefährlicher Unruheherd, besonders in Zeiten der gesellschaftlichen Proteste 1980 und 81. Die freiheitlichen und sozialen Forderungen der Streikenden ließen in Polen eine Zivilgesellschaft aufkeimen. Diese Gefahr hätte sich über die Grenze hinaus ausbreiten können, und dem galt es zuvorzukommen.

Im Zentralorgan der SED „Neues Deutschland“ erschienen Anfang der 1980er Jahre reihenweise Artikel, in denen antipolnische Vorurteile und Klischees verbreitet wurden.
Die Grenze nach Polen wurde im Herbst 1980 geschlossen.
Die Reaktionen auf die für das Ende des Eisernen Vorhangs so wichtige Solidarność-Bewegung zeigten, dass die „verordnete Freundschaft“ klare Grenzen hatte.