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Wiedersehen mit Eberswalde


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Besuch aus Warschau

 

Hatte der Winter den Frauen ein Kommen zur Ausstellungseröffnung verwehrt, so konnten wir nun bei strahlendem Sonnenschein viel auf unserem Hof sitzen und einige Ausflüge unternehmen.

 

Unsere Dauerausstellung "Wiedersehen mit Eberswalde – Hier gibt es keinen Hassmehr basiert in großen Teilen auf den Erzählungen von Janina Wyrzykowska, Wacława Gałęzowska und Marianna Bogusz. Die drei Frauen wurden in ihrer Jugend aus Warschau in das KZ Ravensbrück und im Anschluss in ein Außenlager nach Eberswalde und zur Zwangsarbeit bei den Ardelt Werken verschleppt. Nun konnten Wacława Gałęzowska und Marianna Bogusz die fertigen Ausstellungstafeln in der sanierten Ausstellungsbaracke sehen.

 

 
Austellungsbesichtigung
Austellungsbesichtigung
Austellungsbesichtigung
Austellungsbesichtigung
Austellungsbesichtigung
Austellungsbesichtigung
Austellungsbesichtigung
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Im Vorfeld des Besuchs hatten Schülerinnen und Schüler der Freien Oberschule Finow in einem Projekt "Die Puppe der Wanda Zartryb" etwas von den erniedrigenden und elenden Lebensbedingungen in einem KZ Außenlager zu erfassen versucht. Die Schülerinnen und Schüler stellten Wacława Gałęzowska und Marianna Bogusz ihre Projektergebnisse vor und kamen mit den beiden Frauen und interessierten Anwesenden ins Gespräch. Mehr dazu im Artikel "Puppe zeigt Lageralltag", erschienen im Märkischen Sonntag.

 

Da der Wasserturm im Stadtteil Finow nun mit einem Fahrstuhl aufwarten kann, entschlossen wir uns zu einem Ausflug dorthin. Zur Geschichte dieses Industriestandortes zählt ebenfalls ein Außenlagers des KZ Ravensbrück.

1934/35 war eine speziell für die Kriegsrüstungsproduktion gegründete Tochtergesellschaft der Finower Kupfer- und Messingwerke AG, die Finower Industrie GmbH, am Hohenzollernkanal (heute Oder-Havel-Kanal) angesiedelt worden. Die Fabrik stellte Gewehrpatronen und Flakmunition her.[1]
Nach dem Krieg befreundeten sich Überlebende der Lager in Eberswalde und in Finow.

 

 

wasserturmbesuch
Am Wasserturm mit Arnold Kuchenbecker

 

Und dann gaben wir eine Party, und es kamen Leute, Leute und noch mehr Leute, um Hallo zu sagen und Gespräche zu führen.

 

besuch
Marianna Bogusz hat gezählt, am Mittwoch waren 64 Menschen da.

 

Wir waren bei Marieta Böttger zum Frühstück im Paul-Wunderlich-Haus, der Bürgermeister Friedhelm Boginski kam zu Besuch, und Shorty bließ für die Frauen La Paloma auf der Trompete.
Wir hoffen wir sehen uns alle bald wieder.

 

abschied
Abschied am Bahnhof von Eberswalde.

 

 


 

[1] Carsten Seifert in
Wolfgang Benz, Barbara Distel, Angelika Königseder
Der Ort des Terrors, Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager
Band 4: Flossenbürk, Mauthausen, Ravensbrück
Finow, Seite 545