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Wiedersehen mit Eberswalde
Drei Frauen aus Warschau

Besuch der Frauen im Exil


Von der Zeit vor der Verschleppung, dem Weg ins - und dem Leben im Lager bis zur Befreiung und Rückkehr nach Polen

Nach dem Krieg

Kranbau Eberswalde


Die DDR und der Umgang mit der Geschichte



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Die Puppe der Wanda Zatryb (Sommer 2011)

 

11 Schuljugendliche einer 8. Klasse der Freien Oberschule Finow im Alter von 14 und 15 Jahren erfuhren in einer Projektwoche etwas über die erniedrigenden und elenden Lebensbedingungen in einem KZ Außenlager.

 

Wanda Zatryb, eine Überlebende des KZ Außenlagers Kleinmachnow, hat die kleine Figur nach dem Krieg für ihre Lagerfreundin Maria Zarębska angefertigt. Die beiden haben sich als sehr junge Frauen im KZ Kleinmachnow kennen gelernt und sind bist zu Maria Zarębskas Tod im Jahr 2003 enge Freundinnen geblieben. Nach dem Tod ihrer Freundin hat Wanda Zatryb die Puppe Angela Martin und Ewa Czerwiakowski geschenkt, die etwa 50 Überlebende des KZ Außenlagers Kleinmachnow interviewt und Auszüge aus diesen Lebensberichten in zwei Büchern veröffentlicht haben.

 

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Wanda Zatryb sitzt in der Mitte.

 

Die Berichte der Überlebenden bestätigen, dass die kleine Figur die Situation der Häftlinge sehr realistisch darstellt. Es fehlen nur die Holzschuhe, die die Frauen während der Haft und auf dem Todesmarsch tragen mussten. Die Stoffpuppe symbolisiert das ganze Elend des Lebens der Frauen im Konzentrationslager Kleinmachnow, aber auch in anderern KZ Außenlagern.

 

Hier weitere Fakten:

 

- Innerhalb weniger Wochen magerten die KZ-Häftlinge ab. Durch den ständigen Hunger und die harte Arbeit waren sie völlig erschöpft.

 

- Noch in Ravensbrück wurden völlig willkürlich Kleidungsstücke verteilt. Sie entsprachen meist in keiner Weise den Bedürfnissen der Häftlinge, ihrem Arbeitseinsatz und der Witterung. Oft fehlten Unterwäsche und Strümpfe. In den Interviews sprechen die ehemaligen Häftlinge immer wieder über die Kälte, der sie vor allem während der Appelle ausgesetzt waren.

 

- Die Sachen wurden sorgfältig gestopft und geflickt.

 

- Die Frauen trugen Kopftücher – auch, weil man ihnen häufig die Köpfe kahl geschoren hatte.

 

- Kreuze auf der Kleidung kennzeichneten die Frauen als KZ Häftlinge und sollten Fluchtversuche erschweren

 

- Die Häftlinge erhielten Lagernummern, die mit dem Winkel an den Ärmel genäht wurden. Die Dreilinden Maschinenbau GmbH in Kleinmachnow verteilte außerdem werkinterne Nummern.

 

- „In Kleinmachnow haben wir alle einen Beutel bekommen. Darin haben wir alles aufbewahrt, was wir besessen haben: Zahnbürste, Zahnpasta, Kamm und Brot. Der Mensch war eine Nummer mit einem Beutel.“ (Wandas Zatryb im Gespräch Angela Martin und Ewa Czerwiakowski)

 

 

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Die Puppe der Wanda Zatryb, Fotos: Hucky Fin Porzner


Die Puppe ist aus Stoffresten gebastelt und 23 cm groß. Sie hat sehr dünne Arme und Beine. Das Gesicht ist mit wenigen Strichen nur angedeutet. Unter dem gemusterten Kopftuch schaut kurzes, blondes Haar hervor. Bekleidet ist die Puppe mit Lumpen: einer kurzärmeligen Bluse und einem löchrigen Rock; darunter trägt sie gestreifte Unterhosen. Die groben grauen Socken haben rote Flicken an den Fersen. Auf die Rückseite von Bluse und Rock sind Kreuze aus andersfarbigem Stoff genäht. Am linken Ärmel kann man eine Lagernummer und das rote Dreieck für politische Gefangene erkennen, eine weitere Nummer ist auf die Vorderseite der Bluse geheftet. An der linken Hand ist mit einem Band ein Beutel aus Stoff befestigt.

 

Mit Hilfe der Informationen der Überlebenden, denen wir unsere Kenntnisse über die KZ Außenlager Kleinmachnow und Eberswalde verdanken, konnten die Jugendlichen selbst ähnliche Puppen herstellen und so das oberflächliche, klischeehafte Bild von Häftlingen in gestreiften Uniformen zugunsten konkreter Vorstellungen überwinden. Puppen und von den Jugendlichen den Puppen zugeordnete ausgewählte Berichte der Überlebenden wurden Teil unserer Dauerausstellung.

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Eine Förderung erfolgte durch:

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Das Projekt “Die Puppe der Wanda Zatryb" wurde gefördert von der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft",  von der Koordinierungsstelle “Tolerantes Brandenburg” durch die Stadt Eberswalde sowie im Rahmen des Jugendprogramms Zeitensprünge, gefördert durch die Stiftung Demokratische Jugend und das Land Brandenburg. (verschiedene Einzelprojekte)

 

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